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Concrete Producer Alliance fördert Innovationen über Grenzen hinweg

Wo Geheimnisse bereitwillig preisgegeben werden

Sie buhlen alle in der Beton-Branche um Kundschaft und dennoch tauschen die Mitglieder der Concrete Producer Alliance (CPA) offen und ehrlich ihre Erfahrungen aus. Der internationale Verband fördert den Transfer von Know-how und Innovationen. Eine treibende Kraft ist die MÜLLER-STEINAG Gruppe, eine inhabergeführte Schweizer Familienunternehmung.

Wo Geheimnisse bereitwillig preisgegeben werden
Wo Geheimnisse bereitwillig preisgegeben werden

Was in anderen Branchen unmöglich scheint, praktizieren sieben Beton-Produzenten in regelmässigen Abständen: Sie berichten einander von eigenen Produktinnovationen, von neuen Produktionsverfahren und von Forschungsprojekten. Die Concrete Producer Alliance (CPA) hat sich zum Ziel gesetzt, offen über Fortschritte zu sprechen und das entsprechende Know-how zu teilen. Die geografische Distanz der CPA-Mitglieder erlaubt dies: Beton ist ein schweres Gut, das Vordringen in entfernte Marktgebiete deshalb schwierig. Hendrix Müller, Verwaltungsrat der MÜLLER-STEINAG Gruppe, stellt denn auch klar: «Mit inländischen Konkurrenten könnten wir nicht so offen über unsere Innovationen sprechen».

Grenzenlose Innovationen
Die sieben Mitglieder der CPA stammen aus den Ländern Kanada (2), USA, Deutschland, Spanien, Südkorea und Schweiz. Die MÜLLER-STEINAG Gruppe zählte 2014 zu den Gründungsmitgliedern, deren früherer VR-Präsident Sebastian Müller-Kleeb waltete bis 2018 als Präsident der CPA. Einmal im Jahr treffen sich die Beton-Produzenten, besichtigen den Betrieb eines Mitglieds und präsentieren ihre innovativen Produkte oder Prozesse. «Das Ziel ist, dass wir Forschung und Entwicklung über die Grenzen hinaus ermöglichen», erklärt Hendrix Müller. «Der Austausch ist sehr offen, da man sich nicht direkt konkurrenziert.» Gerade deshalb ist die Zusammenarbeit so fruchtbar.

Schweizer Stein in Südkorea
Nebst neuen Produktideen und optimierten Prozessen legen die Mitglieder auch Marktzahlen offen oder sprechen über die Funktionsweise ihrer Vertriebsmärkte. So setzt eine Firma viele Produkte über Amazon ab – hierzulande undenkbar. Oder man erwirbt Lizenzen an Produkten der anderen Mitglieder. So haben bereits Beton-Produkte aus Spanien und aus Kanada den Weg in die Schweiz gefunden. Umgekehrt war es beim letzten CPA-Meeting in Südkorea: Sebastian Müller-Kleeb hielt plötzlich einen Pflasterstein in den Händen, der von der Sebastian Müller AG produziert und nach Asien ausgeliefert wurde. So weit kann der Austausch gehen. Er beschränkt sich nicht nur auf die jährlichen Treffen: «Es besteht immer wieder direkter Kontakt mit den Leuten aus dem Gremium», sagt Hendrix Müller. Und man hält sich mit Bulletins gegenseitig auf dem Laufenden – immer im Bestreben, das Know-how innerhalb der Branche zu stärken.

Eine Nasenlänge voraus sein
Erweitertes Know-how und innovatives Denken haben bei der MÜLLER-STEINAG Gruppe eine grosse Bedeutung. «Beim technischen Fortschritt müssen wir mithalten oder der Konkurrenz sogar eine Nasenlänge voraus sein», weiss Verwaltungsrat Hendrix Müller. Die fortschreitende Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0. – stellt die Beton-Produzenten vor neue Herausforderungen. Die MÜLLER-STEINAG Gruppe hat die Zeichen der Zeit erkannt. Beispielsweise mit Colab: Das System setzt auf eine konsequente Digitalisierung von Prozessabläufen. So haben alle Beteiligten einen lückenlosen Einblick in die Arbeitsprozesse. Ebenfalls eine wichtige Rolle nimmt der Versuchsstollen Hagerbach ein. Dort forschen zahlreiche Schweizer Baufirmen, darunter die MÜLLER-STEINAG Gruppe, miteinander an fortschrittlichen Lösungen, um mit gebündelten Kompetenzen Innovationen zu schaffen.

Produktive Arbeitsgruppen
In den Werken der MÜLLER-STEINAG Gruppe wird innovatives Denken ebenfalls gefördert. «Wir haben Arbeitsgruppen in den einzelnen Werken, die sich mit Forschung und Entwicklung auseinandersetzen» sagt Hendrix Müller. Mehrmals im Jahr treffen sich Mitglieder der Gruppe. Einmal jährlich findet eine Strategiesitzung mit allen Gruppen statt, um sich auszutauschen. Daraus ergeben sich Produkt- und Prozessinnovationen. Im Bereich Garten- und Landschaftsbau kommen so jedes Jahr rund 15 neue Produkte auf den Markt. Die Anstrengungen der MÜLLER-STEINAG Gruppe, auf interner, nationaler und internationaler Ebene Innovationen voranzutreiben, trägt also immer wieder Früchte.

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