FACTUM FACTUM
IM INTERVIEW MIT GERHARD ENDERLE

DIE ZUKUNFT MITGESTALTEN

Bei Gerhard Enderle gibt es keinen typischen Arbeitsalltag.
Zu vielfältig ist sein Aufgabengebiet. Er ist oft im Büro anzutreffen, wo er mit seinen Berechnungen im Bereich der Hang­si­cherung-Produkte Rückendeckung bietet. Er ist Ingenieur ­und versteht sich als Problemlöser und Unterstützer. Aber sein Aufgabenbereich geht noch weiter: als Visionär und Networker zeigt er der Branche, dass die MÜLLER-STEINAG Gruppe die Zukunft der Betonbranche mitgestalten wird.

Warum will die MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG «das Leben» einer Betonstütze tracken können, macht das Sinn?
Tags machen in allen Bereichen Sinn. Vergleichbar mit Strichcodes, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Gechipte Katzen und Hunde sind heute ja bereits Normalität – wenn sie weglaufen, findet man sie wieder. Betonstützen können zwar nicht weglaufen, sollten aber auch nach Jahren noch identifizierbar sein, sodass unnötiges Suchen von Plänen und Dokumenten überflüssig wird. Zwar kann man nach dem Betonieren noch prüfen, welches Bauteil wir vor uns haben, spätestens aber nach dem Einbau ist die Identifikation ohne Tag schwierig. Wir hatten bereits Fälle, wo Stützen vom Unternehmer falsch eingebaut wurden und ausgewechselt werden mussten. Ausserdem werden Gebäude oft umgenutzt und umgebaut. Sind keine Daten vorhanden, ist ein Umbau viel komplizierter und aufwendiger.

Wie ist die Stimmung in der Branche, sieht man IOT als Bedrohung oder als Chance?
BIM wird weitgehend als Chance betrachtet. Das Problem ist die Umsetzung. Die Technik geht sehr schnell voran und der Mensch kann gedanklich beinahe nicht mithalten.

Wie offen und neugierig sind die Mitarbeiter der MÜLLER-STEINAG Gruppe?
Die Mitarbeiter sind offen für Neues, insbesondere wenn man ihnen deutlich darlegt, wo die Vorteile der neuen Technologien sind. Hilfreich ist immer das Smartphone als Vergleich. Auch die älteren Mitarbeiter, die noch mit Festnetz aufgewachsen sind, verwenden heute Geräte, die vor zehn Jahren noch als revolutionär galten.

In welchen Bereichen sind IOT-Projekte für die MÜLLER-STEINAG Gruppe
interessant?
Die Digitalisierung hält Einzug in die Baubranche. BIM ist das Schlagwort, das die ganze Bau- und Planerbranche aufmischt und uns alle in Aufbruchstimmung versetzt. Wir von MÜLLER-STEINAG versuchen bei der Digitalisierung einen Part in der Mitgestaltung zu übernehmen. In anderen Industriebereichen hat dieser Trend bereits Einzug gehalten. Viele BIM-Projekte, z. B. virtuelle und visualisierte Pläne, sind vor allem für Marketingzwecke interessant. Aber auch im Elementbau nimmt die Digitalisierung Formen an. Erste Entwürfe von Formen sind bereits verfügbar. Den Bereich der digitalen Fabrikation wie gedruckte Bewehrungen oder gedruckter Beton beobachten wir aufmerksam. Daneben gibt es weltweite Entwicklungen, die wir ebenfalls mitverfolgen.

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